Paulino Bernabé

Guitareum · Meistergitarrenbauer Madrid, Spanien
Paulino Bernabé II in der Madrider Werkstatt

Eine Familienwerkstatt, zwei Meisterbauer

Paulino Bernabé

Madrid · 1932 — Heute

Ein ehemaliger Werkstattleiter der Ramírez-Werkstatt, der sich selbstständig machte, um Gitarren nach seinen eigenen Vorstellungen zu bauen, und der Sohn, der diesen Bruch zu einer Dynastie machte.

Wenige Namen haben in der spanischen Gitarrenbaukunst so viel Gewicht wie Bernabé. Paulino Bernabé Sr. verbrachte fünfzehn Jahre als leitender Kunsthandwerker in der berühmtesten Gitarrenwerkstatt Madrids, bevor er sich selbstständig machte – und verbrachte den Rest seiner Karriere damit, still und leise eine Alternative zu ebenjener Tradition zu schaffen, die ihn ausgebildet hatte. Sein Sohn, Paulino Bernabé II, wuchs buchstäblich über dieser Werkstatt auf, erbte die Werkbank und hat die Jahrzehnte seither damit verbracht, den Familiensound zu einem der begehrtesten in der Konzertwelt zu verfeinern.

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Vom Gitarristen zum Werkstattleiter

Paulino Bernabé Sr. wurde am 2. Juli 1932 in Madrid geboren. Sein Weg in den Gitarrenbau begann ungewöhnlicherweise als Musiker: Er studierte Gitarre bei Daniel Fortea, selbst ein Schüler des großen Francisco Tárrega – eine Abstammung, die den jungen Bernabé direkt mit der Konzerttradition verband, der seine Instrumente später dienen sollten.

Diese musikalische Ausbildung führte ihn eher in die Werkstatt als auf die Bühne. 1954 wurde Bernabé Lehrling als Gitarrenbauer bei José Ramírez III, zu dieser Zeit dem einflussreichsten Klassikgitarrenhaus Spaniens. In den folgenden Jahren stieg er stetig in der Werkstatt auf und wurde schließlich deren leitender Kunsthandwerker – der Handwerker, der für die Instrumente verantwortlich war, die die Ramírez-Werkbank in einer Zeit verließen, in der Andrés Segovia selbst eng mit der Marke verbunden war.

Nach etwa fünfzehn Jahren in diesem System vollzog Bernabé den entscheidenden Bruch. 1969 verließ er Ramírez, um seine eigene Werkstatt in Madrid zu eröffnen, mit dem Ziel, Gitarren ganz nach seinen eigenen Vorstellungen zu bauen – ein Schritt, der ihn fast über Nacht zu den wenigen unabhängigen Herstellern zählte, die in der spanischen Konzertwelt ernst genommen wurden.

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Ein eigenes Streben nach System

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Geboren zwischen Gitarren

04

Ein Erbe verfeinern, nicht wiederholen

05

Eine Schule bewahren, nicht nur eine Werkstatt